{"id":2159,"date":"2021-08-26T11:40:55","date_gmt":"2021-08-26T09:40:55","guid":{"rendered":"https:\/\/alpinfo.flake.work\/publications\/landkarten\/neue-mount-everest-hoehenvermessung\/"},"modified":"2021-09-09T12:11:52","modified_gmt":"2021-09-09T10:11:52","slug":"neue-mount-everest-hoehenvermessung","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/alpinfo.ch\/en\/publications\/maps\/neue-mount-everest-hoehenvermessung\/","title":{"rendered":"Neue Mount Everest-H\u00f6henvermessung"},"content":{"rendered":"<h2>Neue Mount Everest-H\u00f6henvermessung: 8850 m \u00fc.M. statt 8848 m \u00fc.M.<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1665\" src=\"https:\/\/alpinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/hoehenvermesung_publikationen.jpg\" alt=\"\" width=\"133\" height=\"150\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Pressemittteilung der Schweizerischen Stiftung f\u00fcr Alpine Forschung vom 15.11.1999<\/p>\n<p>Am 11. November 1999 in Washington D.C., hat Dr. Bradford Washburn, seines Zeichens emeritierter Professor f\u00fcr Kartographie am Boston Museum of Science und korrespondierendes Mitglied der Schweizerischen Stiftung f\u00fcr Alpine Forschung, anl\u00e4sslich eines &#8216;Mount Everest-Abends&#8217; der National Geographic Society und des American Alpine Club die neu vermessene H\u00f6he des h\u00f6chsten Berges der Welt bekanntgegeben: 8&#8217;850 m \u00fc. M. (29&#8217;035.3 feet), also gut 2 Meter h\u00f6her als die bisher gemessenen 8848 m \u00fc. M. (29&#8217;028 feet).<\/p>\n<p>Die auf Initiative und unter der Gesamtleitung von Bradford Washburn durchgef\u00fchrte dreidimensionale Positionsermittlung des Everestgipfels beruht im wesentlichen auf satellitengest\u00fctzter Triangulationstechnik. Im Mai dieses Jahres hat das US-amerikanische &#8216;Everest-Millennium&#8217;-Expeditionsteam unter der Leitung des sechsfachen Everestbesteigers Pete Athans nach mehreren witterungsbedingten Fehlschl\u00e4gen des seit 1995 laufenden Projektes ein Empfangsger\u00e4t f\u00fcr die Satellitensignale des Global Positioning Systems (GPS) im Gipfelgestein des Everests verankert. Ein weiterer GPS-Empf\u00e4nger wurde bereits 1996 beim S\u00fcdsattel des Mt. Everest auf 7930 m \u00fc. M. fix installiert. Zusammen mit den Daten der mobilen GPS-Empf\u00e4nger, welche die Expeditionsteilnehmer entlang der normalen S\u00fcd-Aufstiegsroute einsetzten, erbrachte der simultane Einsatz dieser beiden Fixstationen eine Positionsbestimmung von bisher nicht erreichter Pr\u00e4zision. Die H\u00f6he der Schneekuppe auf dem Everestgipfel, welche je nach Intensit\u00e4t der Monsunzeit stark variiert, wurde von den Berechnungen ausgeschlossen, indem zus\u00e4tzlich mit einem ebenfalls auf den Everest getragenen Radarger\u00e4t die Lage des Felssockels ermittelt wurde. Zusammen mit seiner Schneekuppe ragt der Everest demnach durchschnittlich noch einen Meter mehr, also 8851 Meter (29&#8217;038 feet) in den Himmel.<\/p>\n<p>Die Vermessungs- und Benennungsgeschichte des h\u00f6chsten Berges der Welt begann 1852. Damals meldete der bengalische Vermesser Radhanath Sikhdar im B\u00fcro von Indiens oberstem Landesvermesser, Sir Andrew Waugh, die Entdeckung des h\u00f6chsten Berges der Erde, der als Gipfel XV vermerkt wurde. Sikhdars Berechnungen wurden 1856 best\u00e4tigt, und 1865 benannte Sir Waugh den Gipfel XV zu Ehren von Sir George Everest, seinem Vorg\u00e4nger im Amt des Surveyor General, Mount Everest. Damit ignorierte er die bereits existierenden Namen der Tibeter (Chomolungma = G\u00f6ttin der Erde) und der Nepalesen (Sagarmatha = G\u00f6ttin des Himmels).<\/p>\n<p>Die damals gemessenen 8840 m \u00fc. M. waren ein Mittelwert, gewonnen aus Angaben von 6 verschiedenen Vermessungsstationen, die sich alle zwischen 170 und 190 km vom Everestmassiv entfernt auf ca. 60 m Meeresh\u00f6he befanden. Seit dem Jahre 1954 galt f\u00fcr den Mt. Everest die Meeresh\u00f6he von 8848 Metern (29&#8217;028 feet). Diesen Wert errechnete der Survey of India als Mittelwert aus den Messdaten von insgesamt 12 Vermessungsstationen mit einer Distanz zwischen 47 und 76 km zum Everest. Im September 1992 wurde die erste moderne H\u00f6henvermessung direkt am Berg von einem chinesisch-italienischen Expeditionsteam durchgef\u00fchrt. Dabei wurden neben dem Einsatz herk\u00f6mmlicher, schweizerischer Theodoliten auch Daten aus Lasermessungen und GPS-Signalen gewonnen. Die ermittelte H\u00f6he lag erstaunlich nahe bei dem alten Wert: 8848,82 m \u00fc. M. (29&#8217;031 feet).<\/p>\n<p>Mit den im Mai 1999 durchgef\u00fchrten, GPS-gest\u00fctzten Positionsmessungen, welche nun f\u00fcr den Mt. Everest eine H\u00f6he von 8&#8217;850 m \u00fc. M. (29&#8217;035.3 feet) festlegen, konnten nicht nur zentimetergenau die H\u00f6he und die Koordinaten des Everestgipfels berechnet werden, sondern auch die kontinuierliche Ver\u00e4nderung dieser Werte aufgrund der Kontinentaldrift. Die vor 50 Millionen Jahren begonnene &#8216;Unterwanderung&#8217; der eurasischen Kontinentalplatte durch den indischen Subkontinent dauert an und bewirkt, dass das Himalayamassiv weiter angehoben und verschoben wird. Nach den ersten Auswertungen der seit 4 Jahren durchgef\u00fchrten GPS-Messungen beim S\u00fcdsattel des Mt. Everest auf 7930 m \u00fc. M. nahm das Expertenteam an, dass das Everestmassiv mindestens 4 mm pro Jahr an H\u00f6he gewinnt. Wie Bradford Washburns jetzt an seiner Pressekonferenz erkl\u00e4rte, hat sich die H\u00f6he des Everest in dieser Zeit zwar nicht ver\u00e4ndert, aber der Berg wurde zwischen 3 und 6 Millimeter pro Jahr in Richtung Nordosten verschoben. Dennoch ist Bradford Washburn aufgrund der regionalen Tektonik davon \u00fcberzeugt, dass der Everest und mit ihm das ganze Himalayamassiv \u00fcber die Jahre hinweg millimeterweise an H\u00f6he gewinnt. Ungel\u00f6st ist dabei die Frage, ob die Gebirgserosion diesen Bruttozuwachs auf die Dauer wieder zunichte macht. Neben dem rein alpinistischen Kuriosum, dass sukzessive jeder Neuling auf dem Everest h\u00f6her geklommen ist als alle zuvor, k\u00f6nnen \u2013 im Verbund mit einer Vielzahl weiterer Vermessungsdaten des Himalayamassivs \u2013 aus der GPS-gest\u00fctzten Everest-Neuvermessung seismologisch relevante Daten der Kontinentaldrift erhalten werden, die einen wichtigen Beitrag zur Ursachenforschung von Erdbeben leisten.<\/p>\n<p>Dank Bradford Washburns inspirierendem Enthusiasmus f\u00fcr die Berge der Welt konnte im Lauf der Jahre so manches Kartenprojekt gemeinsam mit dem Boston Museum of Science, der National Geographic Society, der University of Alaska Press, dem Bundesamt f\u00fcr Landestopographie, der Vermessungsfirma Swissphoto und der Schweizerischen Stiftung f\u00fcr Alpine Forschung realisiert werden.<\/p>\n<p>Notabene: Auf ein geologisches Faszinosum macht dabei die Internetseite des \u00f6sterreichischen Fernsehsenders ORF aufmerksam. Wissenschaftler der japanischen Universit\u00e4t Kyushu postulieren n\u00e4mlich anhand von Gesteinsproben aus Verwerfungen an der Nordseite des Mt. Everest auf 8500 m \u00fc. M., dass der Everestgipfel vor 20 Millionen Jahren vermutlich 15&#8217;000 Meter hoch in den Himmel ragte, bevor er gewaltig ins Rutschen kam.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hinweise:<\/strong><\/p>\n<p>Der nachfolgende Link gibt vertieften Einblick in das abenteuerliche Expeditionsunternehmen der Mt. Everest-H\u00f6henvermessung:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.nationalgeographic.com\/everest\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">National Geographic Society<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Mount Everest-H\u00f6henvermessung: 8850 m \u00fc.M. statt 8848 m \u00fc.M. &nbsp; &nbsp; Pressemittteilung der Schweizerischen Stiftung f\u00fcr Alpine Forschung vom 15.11.1999 Am 11. 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